Kontaktlinsen

Die Geschichte der Kontaktlinse

Die Geschichte der Kontaktlinsen

Von der Idee der Kontaktlinse bis zur Entwicklung der modernen Linsen für Jedermann war es ein langer Weg: Die Geschichte der Kontaktlinse von da Vinci bis heute.

Die Geschichte der Kontaktlinsen

„Was die Augen sehen, das glaubt das Herz“, schrieb einst Friedrich Schiller und tatsächlich ist das Auge das wichtigste Sinnesorgan des Menschen: Der Gesichtssinn, also das Sehen, hat die 10-fache Aufnahmekapazität (10 Millionen Shannon) des Tastsinns (1 Millionen Shannon) und sogar die 10.000-fache des Geschmackssinns (1.000 Shannon). Kein Wunder also, dass die Wissenschaft schon früh damit begann, an möglichen Korrekturen für Fehlsichtigkeiten zu arbeiten. Der Erste, dem man Untersuchungen in dieser Richtung nachweisen kann, ist Leonardo da Vinci, das Universalgenie aus dem 16. Jahrhundert. Er entwickelte die Idee eines Eingriffes direkt an der Hornhaut, durch die die Brechungseigenschaften des Auges modifiziert werden könnten. Hierfür schlug er vor, das Auge in ein wassergefülltes Gefäß einzutauchen. Da Vinci war auf diesen Ansatz gestoßen, als er auf diese Weise das Sehen unter Wasser versuchte.

Von der Idee der Kontaktlinse zur sphärischen Kapsel

Dennoch gilt da Vinci heute nicht als der Erfinder der Kontaktlinse. Vielmehr spricht man die eigentliche Entdeckung des Prinzips dem französischen Philosophen und Naturwissenschaftler René Descartes (1596 – 1650) zu. 1636 beschrieb Descartes erstmals eine Linse, die direkt auf dem Auge getragen wird, um damit Fehlsichtigkeiten auszugleichen. Es sollten jedoch noch einmal 200 Jahre vergehen, bis 1823 John Herschel seine „mit tierischer Gallerte gefüllte sphärische Kapsel, die auf die Oberfläche des Auges aufgebracht wird“, beschrieb und damit das Grundkonzept für die heutige Kontaktlinse schuf. Doch die Geschichte der Kontaktlinse beginnt hier erst, denn es dauerte wiederrum 60 Jahre, bis die Idee zum ersten Mal in die Tat umgesetzt wurde. Unabhängig voneinander begannen in den 1880er Jahren Adolf Eugen Fick und August Müller mit der Entwicklung von Glasschalen, die direkt auf das Auge gesetzt werden konnten.

Die Geburtsstunde der modernen Kontaktlinsen

August Müller, selbst stark kurzsichtig, konnte dann einen ersten Erfolg vermelden: Demnach war es ihm gelungen, Glasschalen zu entwerfen, die er selbst etwa eine halbe Stunde lang tragen konnte. Bis zu den Kontaktlinsen, wie wir sie heute kennen, war es dennoch noch ein weiter Weg. Erst mit der Entwicklung des Kunststoffs 1936 war eine Möglichkeit gefunden worden, Kontaktlinsen zu fertigen, die tatsächlich längere Zeit im Auge getragen werden konnten. 1948 meldete Kevin Tuohy die erste aus Polymethylmethacrylat (PMMA) hergestellte Kontaktlinse zum Patent an. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern bedeckte diese nun nur noch die Hornhaut und nicht mehr den gesamten Augapfel. Weiche Kontaktlinsen aus Hydrogel, wie wir sie heute nutzen, wurden erstmals 1961 von dem tschechischen Chemiker Otto Wichterle hergestellt. Dies war die Geburtsstunde der modernen Kontaktlinse und der Beginn der Massenproduktion. Heutige Maschinen arbeiten noch immer nach dem Herstellungsverfahren, das Wichterle in den 1960er Jahren entwickelt hat. All diesen Pionieren der Geschichte der Kontaktlinsen verdanken wir heute eine Sehhilfe, die so leicht und bequem ist, dass wir sie im Alltag kaum noch wahrnehmen.

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